Warum gerade starke Frauen emotional erschöpft sind

Warum gerade starke Frauen emotional erschöpft sind

Wenn Sie für alle da sind – nur nicht für sich selbst

Sie haben viel erreicht, Sie halten alles zusammen. Nach außen sind Sie stark, innen fühlen Sie sich jedoch müde, leer und ausgebrannt. Woran Sie merken, dass Sie nicht einfach nur müde, sondern dauerhaft erschöpft sind und warum es häufig so schwer fällt, sich einzugestehen, dass man eigentlich nicht mehr kann und Unterstützung benötigt.

Nach außen erfolgreich – innen leer und erschöpft

Von außen sieht Ihr Leben perfekt aus: erfolgreich, erfüllt, gut organisiert. Aber da sind auch die Momente, in denen sich etwas nicht richtig anfühlt. Sie sind ständig müde, Sie fühlen sich leer oder wie abgeschnitten von sich selbst. Sie funktionieren nur noch, ohne wirklich da zu sein.

Warnsignale emotionaler Erschöpfung

Emotionale Erschöpfung zeigt sich oft körperlich: als Spannung oder Schmerz im Nacken, Rücken oder im Kopf. Sie schlafen schlecht, sind häufig gereizt, unzufrieden oder ständig genervt.

Was ist Dauerstress?

Bei Dauerstress sind Körper und Psyche in ständiger Alarmbereitschaft. Das Nervensystem kommt nicht mehr zur Ruhe, Sie können sich nicht mehr richtig erholen.

Die eigenen Bedürfnisse kommen zu kurz

Über Ihre Erschöpfung zu sprechen fällt Ihnen schwer. Vielleicht glauben Sie, dass Sie für Ihr gutes Leben dankbar sein sollten: „Anderen geht es schlechter als mir, ich muss mich zusammenreißen.“ Oder Sie fragen sich: ”Ist es heutzutage nicht normal, ständig gestresst zu sein?“ Sie wissen auch gar nicht so genau, was Ihnen eigentlich fehlt bzw. was es bräuchte, um das Leben wieder mehr zu genießen anstatt nur noch gestresst zu sein und zu funktionieren.

Sie fühlen sich ständig matt und erschöpft, aber anstatt die Stress-Signale zu beachten, leisten sie weiter. Die unerledigten Punkte Ihres umfangreichen ”To-Do-Zettels” lassen keine Pause zu. Sie sagen sich, dass Sie sich später entspannen können, wenn alles erledigt ist. Leider kommt dieser Zeitpunkt jedoch nie. Das ewige Hamsterrad will einfach nicht still stehen. Immer wieder prasseln neue Anforderungen auf Sie ein und sich zu entspannen fällt Ihnen schwer.

Nur manchmal, wenn es denn mal etwas stiller wird, steigt diese leise Frage auf: „Warum fühlt es sich in mir nicht so an, wie es von außen aussieht?

Die unsichtbare Last: viel Verantwortung, Mental Load und Care Arbeit

Viele starke Frauen haben ihre Ziele gerade wegen ihrer hohen Selbstdisziplin und ihrem Perfektionismus erreicht. Erfolg im Job, Partnerschaft, ein funktionierendes Familienleben, fit und gutaussehend, Freundschaften pflegen plus Freizeitaktivitäten und social Media – die Erfolgslatte hängt in allen Bereichen des eigenen Lebens extrem hoch. Überall perfekt zu sein, das ist wahnsinnig anstrengend und kräftezehrend. Doch gerade weil Sie so belastbar und ausdauernd sind, denken sie:“Das schaffe ich schon“.
Es fällt unglaublich schwer, Abstriche zu machen, Ansprüche herunterzuschrauben oder sich von der überzogenen Selbstkritik, die mit den hohen Ansprüchen an sich selbst einhergeht, zu distanzieren.

Ein Gefühl für das „gesunde Maß“, für das, was machbar und gut für uns ist, ohne sich permanent zu überfordern, ist verloren gegangen.

Viele starke Frauen haben schon früh gelernt zu funktionieren

Als Kind waren sie:

  • gute Schülerinnen,
  • erfolgreich im Sport oder anderen Disziplinen
  • und haben für ihre Leistungen viel Lob und Anerkennung erhalten.

Kinder brauchen Eltern, die ihnen mit uneingeschränkter Akzeptanz begegnen – ungeachtet etwaiger Unvollkommenheiten, die wir alle haben. Wenn die implizite, vielleicht unbewusste, Botschaft früher jedoch lautete: „Nur wenn du funktionierst und perfekt bist, haben wir dich lieb“, dann glauben wir, dass wir immer etwas leisten müssten, um geliebt zu werden. Bei Kindern kommt das so an: „So, wie ich bin, bin ich nicht liebenswert“. Im Grunde versuchen wir, durch unser ständiges Leisten unsere Selbstkritik, Selbstverurteilung und Selbstablehnung zu „übertünchen“. Überzogene Vorstellungen von uns selbst („Ich bin perfekt, schön, makellos“ oder „Ich mache nie Fehler“) helfen uns, uns nicht verletzlich oder gar wertlos zu fühlen.

Rechtzeitig auf den Körper hören

Häufig müssen sich erst körperliche oder psychische Symptome melden, bis sich starke Frauen ihrer chronischen Überlastung stellen können. Sie halten so lange durch, bis der Körper sagt: „Jetzt ist aber Schluss.“ Dieser Moment kommt meistens nicht plötzlich, sondern eher schleichend. Symptome, die früher gar nicht beachtet wurden, nehmen langsam, aber stetig zu, bis sie den Alltag erschweren. Das können körperliche Anzeichen sein, wie bspw. schmerzhafte Verspannungen oder auch Verdauungsbeschwerden, aber auch die Psyche kann sich bemerkbar machen, z.B. durch ein permanentes Überforderungsgefühl, Traurigkeit, Schlaflosigkeit oder ständiges Gedankenkreisen.

In meiner Praxis sehe ich viele Frauen, die trotz massiver Stress-Symptome noch versuchen, immer weiter zu funktionieren, indem sie sich noch mehr anstrengen. Doch irgendwann geht es einfach nicht mehr und die stets funktionierende Fassade beginnt zu bröckeln, ohne dass sie etwas dagegen tun können. Es ist wichtig, rechtzeitig auf die Psyche und den eigenen Körper zu hören und der eigenen inneren Stimme – die ja immer da ist, wenn auch leise – zu vertrauen.

Sich selbst ernst zu nehmen und sich einzugestehen, dass es so nicht mehr weitergeht, ist keine Schwäche, sondern Selbstliebe.

Der Weg raus aus dem ständigen Funktionieren

Das Wichtigste ist, zu erkennen:

  • dass “Funktionieren” nicht Teil der Persönlichkeit, sondern eine früh erlernte Strategie ist,
  • dass es sich für keinen Erfolg der Welt lohnt, die eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen und
  • dass „Durchhalten“ keine Option ist und es so nicht mehr weitergehen kann.

Sich dies einzugestehen, erfordert Mut. Doch spätestens dann, wenn Ihr Körper, Ihre Psyche oder Ihre Beziehungen unter Ihrem chronisch hohen Stresslevel leiden, sollten Sie sich unbedingt professionelle Hilfe holen. Das ist eigentlich das, was wahre Stärke ist: sich selbst und seine Gesundheit an die erste Stelle zu stellen und zu wissen, wann man alleine nicht mehr weiterkommt. Ich unterstützte Sie gerne dabei, wenn das Stresslevel, der Leistungsdruck, die Mental Load zu hoch geworden sind und Sie wieder mehr leben anstatt nur noch funktionieren wollen.

Vereinbaren Sie gerne ein unverbindliches Kennenlernen-Gespräch mit mir und finden Sie heraus, wie Sie aus der Stress- und Druckspirale aussteigen und wieder mehr bei sich ankommen können.

Mehr Informationen finden Sie unter www.therapietegernsee.de.

Zusammenfassung

Nach außen wirken Sie stark, erfolgreich und belastbar, doch innen fühlen Sie sich zunehmend erschöpft, leer und ausgebrannt. Dieser Artikel zeigt, warum es häufig gerade starken Frauen so schwerfällt, die eigenen Grenzen anzuerkennen und der inneren Stimme zu vertrauen.

Häufige Fragen

Weil sie gelernt haben, stark zu sein, Verantwortung zu übernehmen und zu funktionieren – oft auf Kosten ihrer eigenen Bedürfnisse.

Weil Sie sich ständig müde, leer und angespannt fühlen und Ihr Leben nicht mehr genießen können, ist es Zeit, genauer hinzuschauen und die eigenen Leistungsgrenzen und Bedürfnisse ernst zu nehmen.